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Wie Sucht funktioniert
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Wie Sucht funktioniert
Alle Phasen der Sucht - von Rausch bis Rückfall - spielen sich primär in einem kleinen Hirnareal ab:
im sogenannten Nucleus Accumbens, dem Belohnungssystem. Die Evolution hat diesem Nervenknoten eine entscheidende
Rolle zugeteilt. Er verbindet lebenswichtige Vorgänge wie Essen, Trinken und Sex mit einem Lustgefühl.
Dazu schütten die Nervenzellen Botenstoffe aus, vor allem Dopamin. Alle Drogen führen jedoch zu einer vermehrten
Verfügbarkeit von Dopamin.
- Nikotin steigert die Ausschüttung von Dopamin
- Kokain blockiert die Wiederaufnahme;
- Opiate hemmen Nervenzellen, die die Dopaminmenge begrenzen;
- Cannabis benutzt einen anderen körpereigenen Steuerkreis, den es wie mit einem Nachschlüssel starten kann;
- Alkohol steigert die Ausschüttung von Dopamin.
Nikotin löst also eine wohlige Gefühlskaskade im Belohnungszentrum des Gehirns aus. Diese Belohnung wird
direkt mit der Tätigkeit des Rauchens assoziiert. Der durchschnittliche Raucher mit 7.000 Zigaretten pro Jahr
wiederholt ständig seine Erfahrung , dass Rauchen eine beglückende Tätigkeit ist. Dies prägt sich tief in sein
Unterbewusstsein ein. Es entsteht ein sogenanntes Suchtgedächtnis . Dieses Gedächtnis wird aktiv, wenn der
Spiegel an wirksamen Substanzen im Belohnungszentrum nachlässt oder wenn der Raucher einen anderen rauchen
sieht. Dann erwacht das Verlangen nach einer neuen Dosis Nikotin.
Ein weiterer Aspekt ist die Vermehrung der Anzahl von Nikotinrezeptoren bei chronischem Nikotinmissbrauch.
Bei Untersuchungen an Gehirnen gestorbener Raucher wurden doppelt so viele Rezeptoren gefunden wie bei
Nichtrauchern. Eine Hypothese ist, dass dadurch bei Kettenrauchern besonders viel Dopamin ausgeschüttet
wird, was eine intensivierte Reaktion auf das Nikotin zur Folge hat.
Allerdings ist das Phänomen reversibel:
Bei Ex-Rauchern sinkt die Anzahl der Nikotinrezeptoren wieder in den Normbereich. Das Suchtgedächtnis scheint
jedoch eine irreversible Komponente aufzuweisen, die die Entwöhnungsschwierigkeiten erklärt. Mit zunehmender
Gewöhnung nimmt die Zahl der Rezeptoren zu, dafür werden sie unempfindlicher. Das Gehirn braucht
größere Dosen des Suchtmittels.
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