|
Rauchen und Asthma
|
Rauchen und Asthma
In Deutschland leiden etwa 4,5 Millionen Menschen an Asthma. Kinder leiden (Anteil von zehn Prozent)
überproportional stark unter Asthma. Besonders asthmagefährdet sind Raucher und deren Familien.
Bei Asthmatikern reagiert das Lungensystem und Bronchialsystem überempfindlich auf Reize, wie z.B.
auch Tabakrauch. Die Bronchien verengen sich und die Schleimhaut schwillt an. Ein dickflüssiger Schleim
wird produziert, wodurch die Flimmerhärchen Staub und Fremdkörper nicht mehr vollständig abtransportieren können.
Bei einem akuten Asthma-Anfall wird durch eine plötzliche, krampfhafte Verengung der Bronchien und gleichzeitiger
Schleimhautanschwellung besonders die Ausatmung hochgradig eingeschränkt. Das Ausatmen wird häufig von Brummen oder
Pfeifen begleitet. Dies bereitet große Schwierigkeiten, wodurch ein Gefühl der Atemnot entsteht.
Eine Untersuchung des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes in Berlin ergab, dass in Deutschland mehr als
die Hälfte der Kinder unter 15 Jahren in einem Haushalt aufwachsen, in dem geraucht wird. Wenn beide
Eltern rauchen, müssen die Kinder im Durchschnitt täglich den Rauch von zwei Zigarettenschachteln einatmen.
- Kinder von aktiv oder passiv rauchenden Müttern haben ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko
für eine Asthmaerkrankung im Jugendalter (Fallstudie der Universität Nottingham mit 15.000 jungen Probanden).
- Passivrauchen im Elternhaus ist für bis zu 15 Prozent der Asthma-Erkrankungen im
Kindesalter verantwortlich.
- Kinder rauchender Eltern leiden häufiger unter Bronchitis und Pseudokrupp.
- Es besteht - in Hunderten von Studien belegt - ein kausaler Zusammenhang zwischen elterlichem Rauchen
und Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, Mittelohrentzündung und Asthma.
- In den USA sterben jedes Jahr etwa 360 Kinder an Atemwegserkrankungen, die mit Rauchen in Verbindung
stehen. Bis zu 22 Millionen Mittelohrentzündungen, 21.000 Mandeloperationen, 529.000 Arztbesuche wegen Asthma, 2 Millionen Besuche
wegen Husten, 436.000 Bronchitiden und 190.000 Lungenentzündungen jährlich gehen auf das Konto des passiven Rauchens.
- Kinder, die Tabakrauch ausgesetzt sind, haben ein höheres Risiko, im Erwachsenenalter
an Lungenkrebs zu erkranken.
- Babys von Müttern, die in der Schwangerschaft rauchen, zeigen schon erste Anzeichen von Asthma,
bevor sie einen einzigen verrauchten Atemzug getan haben. Bei der Untersuchung von ber 400 Neugeborenen stellte sich beim Lungenfunktionstest
im Schlaf des Babys heraus, dass etwa jedes vierte Kind Anzeichen einer verminderten Lungenfunktion aufweist. Der Atemzug
dieser Kinder von rauchenden Müttern war schwächer als der anderer Kinder.
|