Passives RauchenIn Deutschland leiden etwa 4,5 Millionen Menschen an Asthma bronchiale, darunter ca. 1 Million Kinder/Jugendliche unter 18 Jahren. Basis des Asthma bronchiale ist ein berempfindliches Bronchialsystem. Es entsteht durch eine chronische Entzündung vor dem Hintergrund einer erblichen Veranlagung. Verschiedenste Auslöser, insbesondere das Rauchen, sind geeignet, diese chronische Entzündung und damit die Überempfindlichkeit erheblich zu steigern. Folge der chronischen Entzündung ist eine Anschwellung der Schleimhaut, eine reichliche Produktion zähen Schleims und eine Verengung der Bronchiendurchmesser. Diese drei Vorgänge führen dazu, dass das Ausatmen erschwert ist. Folgen sind Husten, Luftnot, Kurzluftigkeit, deutlich eingeschränkte körperliche Belastbarkeit. Im schlimmsten Fall resultiert ein schwerer, eventuell sogar lebensbedrohlicher Asthmaanfall.
Kinder in Haushalten, in denen sie Passivrauch ausgesetzt sind, haben wesentlich häufiger Infekte der oberen Luftwege (Bronchitis, Erkältungen, ündungen). Insbesondere aber haben sie deutlich häufiger Allergien und Asthma bronchiale. Je jünger die Kinder sind, umso stärker sind sie dem Passivrauch ausgesetzt, weil sie seltener außerhalb der häuslichen Räume sind. Im Blut sind bei mitrauchenden Säuglingen und Kleinkindern teilweise ähnlich hohe Konzentrationen des Nikotins (bzw. dessen Abbauprodukt) zu messen wie bei regelhaften Rauchern! Durch Passivrauchbelastung während der Schwangerschaft ist das Risiko an Asthma zu erkranken ebenfalls deutlich erhöht. Erhebungen zeigen, dass in ca. 50 Prozent aller Haushalte in Deutschland Kinder regelmäßig Passivrauch belastet sind. Möglicherweise liegt die reelle Belastung deutlich höher. Erfreulicherweise ist die Anzahl tödlich verlaufender Asthmaanfälle im Kindes- und Jugendalter rückläufig, insgesamt aber nimmt die Häufigkeit des Asthma bronchiale bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich zu — wie internationale Studien belegen. Allein dadurch, dass Ungeborene, Säuglinge, Kinder und Jugendliche nicht mehr Passivrauch exponiert sind, kann der Anstieg der Rate an Asthma bronchiale gebremst oder sogar gestoppt werden. Die Meidung des Passivrauchens betrifft dabei den häuslichen, aber natürlich auch den schulischen Bereich. Leider zeigen Untersuchungen, dass Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale eine höhere Risikobereitschaft haben, selber aktiv zu rauchen — obwohl sie an Asthma bronchiale leiden. Gerade Kinder und Jugendliche, die bereits an Asthma bronchiale erkrankt sind, bedürfen deswegen einer gezielten Förderung dahingehend, dass sie entweder das Rauchen gar nicht erst beginnen und/oder aber in ein Raucherstoppprogramm einbezogen werden, um einer Verschlechterung des Asthma bronchiale durch aktives Rauchen entgegen zu wirken. |